»Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.«

Jean Paul

Biologie (Hainish-Zyklus)

Die meisten Menschen des Hainish-Zyklus haben eine gemeinsame Abstammung. Denn Bewohner von Hain besiedelten innerhalb von drei Millionen Jahren viele Welten. Einige der Nachkommen sind genetisch ähnlich genug, um gemeinsam Kinder zu zeugen.

Die ungewöhnlich starke Behaarung der Cetianer wird in »Das Wort für Welt ist Wald« und »Die Enteigneten« erwähnt. In »Die Erzähler« wird die Kahlköpfigkeit der Menschen auf Chiffewar beschrieben.

Es gibt einige Hinweise auf frühe genetische Experimente und Manipulationen:

  • Einzigartig unter den bekannten Menschen ist, dass die Hainish vollständige und freiwillige Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit haben. Damit sich ein Hainish-Mann und eine Hainish-Frau fortpflanzen können, müssen sich beide bewusst dafür entscheiden. Sie lernen schon in der Jugend, wie zu diesem Zweck lebensfähiges genetisches Material gebildet wird. Die erforderlichen genetischen Anpassungen wurden an der Hainish-Population in weit zurückliegender Vergangenheit vorgenommen. Es hat offenbar viele Generationen gebraucht, damit sie wirksam wurden. (»Four Ways to Forgiveness«)
  • In »Die linke Hand der Dunkelheit« wird erwähnt, dass HILFs von S, wie auch Gethianer und die degenerierten geflügelten Humanoiden von Rokanan, durch Züchtung genetischen Materials des alten hainischen Volkes gezüchtet worden sein müssen. Von den Hilfs auf S wird später nichts mehr berichtet. Es kann natürlich auch sein, dass mit ihnen die kleinen pelzigen Eingeborenen auf Athshe gemeint sind, die ebenfalls hainischer Abstammung sind.
  • Die zwittrigen Menschen von Gethen könnten als Anpassung an ein raues Klima gezüchtet worden sein. Auch könnte es sich um ein Experiment handeln, mit dem Zweck, das Leben von Menschen ohne Geschlecht zu studieren. Beide Ideen werden erwähnt, jedoch wird nichts deutlicher erklärt.
  • Den degenerierten geflügelten Humanoiden begegnet der Leser in »Rocannon’s Welt«. Sie leben in Städten, deren Bau eine hohe Technologie erfordert. Im Vergleich zu den übrigen Rassen auf Rokanan ist dies jedoch einzigartig. Die engelartigen Humanoiden leben in Gemeinschaft mit fledermausähnlichen Lebewesen und jagen Menschen und Tiere gleichermaßen. Die Larven der Fledermaus-Wesen ernähren sich vom Blut der Beute.
  • »Matter of Seggri« weist darauf hin, dass das extreme Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern der Menschen von Seggri ein weiterer Fall von genetischer Manipulation sein könnte.
  • Alterraner haben ausgeprägte katzenartige Augen. Sie sind normalerweise nicht in der Lage sind, sich mit Erdenmenschen fortzupflanzen. Die Nachkommen der irdischer Raumfahrer durchlaufen über einen langen Zeitraum unbemerkt eine Anpassung an die Verhältnisse auf Werel/Alterran. Dieser Prozess umfasst auch eine genetische Veränderung. Die Unterschiede zwischen Müttern und ihren Embryos führen zu Fehlgeburten und fast zum Aussterben der irdischen Kolonie. Infolge der Veränderung werden Nachkommen der Kolonisten und Ureinwohner genetisch kompatibel und können gemeinsam Kinder bekommen.
  • Die Shing aus »Stadt der Illusionen« sind nicht hainischen Ursprungs, können sich nicht mit Erdenmenschen paaren und deshalb auch keine gemeinsamen Nachkommen zeugen. Deshalb tun sie den Bericht über die menschliche Anpassung auf Alterra als unmöglich ab.

Quellen

[1] Die englische Wikipedia – Hainish Cycle (Stand 25.05.2020)

[2] Die deutsche Wikipedia – Hainish-Zyklus (Stand 25.05.2020)

[3] Hainish – Ursula K. Le Guin – Wilhelm Heyne Verlag München 1991

[4] Winterplanet – Ursula K. Le Guin, Verlag Das Neue Berlin 1979

[5] Die Enteigneten – Ursula K. Le Guin, Edition Phantasia Band 1007, 2006

[6] Das Wort für Welt ist Wald – Ursula K. Le Guin, Wilhelm Heyne Verlag München 1992

[7] Die Erzähler – Ursula K. Le Guin, Edition Phantasia 2000

[8] The Birthday of the World – Amazon Kindle-Ebook

[9] Four Ways to Forgiveness – Amazon Kindle Ebook